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Futteraufnahme


Die Fütterung steht in engem Zusammenhang mit der Tiergesundheit und der Rohmilchqualität. Eine fundierte Rationsplanung basiert auf den Kenntnissen zum Bedarf der Kuh auf der einen Seite und der sachgerechten Abschätzung der Versorgung auf der anderen Seite. Für die Versorgung ist neben der Futterqualität die Höhe der Futteraufnahme die entscheidende Größe. Die Schätzung der Futteraufnahme ist ein wichtiger Parameter für die Rations- und Futtermengenplanung. Im Hinblick auf den gewünschten Fütterungserfolg sind Umsetzung und Kontrolle die weiteren Schritte.

Wie schon erwähnt, ist die Futteraufnahme möglichst genau abzuschätzen. Wird die Grundfutteraufnahme unterschätzt, muss mehr Kraftfutter eingesetzt werden, welches die Ration verteuert. Bei einer Überschätzung der Grundfutteraufnahme werden die Tiere tendenziell unterversorgt. Neben dem leistungsbedingtem Bedarf wird die Höhe der Futteraufnahme durch das Pansenvolumen und die Passagegeschwindigkeit im Verdauungstrakt beeinflusst und daneben über das Sättigungszentrum im Kleinhirn unwillkürlich gesteuert.

Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Rationsgestaltung ist die Kenntnis der Gesamt-Futteraufnahme, der Nährstoffkonzentration in der Ration und der jeweiligen Milchleistung. Praktische Messhilfen, bzw. Wiegeeinrichtungen am Mischwagen erleichtern die Ermittlung der Futteraufnahme und ermöglichen im täglichen Betriebsablauf eine genauere Futterzuteilung.
Des weiteren muss die Qualität der eingesetzten Futtermittel erfasst/ermittelt werden. Hier existieren mehrere unterschiedlich genaue Möglichkeiten. Futterwerttabellen enthalten für die gängigen Futtermittel durchschnittliche Inhaltstoffangaben. Bei Grundfuttermitteln sind dabei auch unterschiedliche Aufwuchsstadien berücksichtigt. Ein genaueres Ergebnis ist möglich, wenn das Grundfutter mit der Sinnenbeurteilung unter Zuhilfenahme des neuen DLG Schlüssels bewertet wird. Solche Schätzrahmen sind für Grassilage, Maissilage und Heu verfügbar (diese werden auf Anforderung zugeschickt). Am sinnvollsten und sichersten ist jedoch eine kompetente Futtermitteluntersuchung in einem anerkannten Labor.

Durchschnittliche Futteraufnahme (kg Trockenmasse) von Milchkühen in
Abhängigkeit von der Lebendmasse (LM) und Milchleistung bei 4% Fettgehalt
kg Milch tgl.
TS Aufnahme im jeweiligen Gewichtsabschnitt
500 kg LM
600 kg LM
700 kg LM
800 kg LM
10
12,0
13,2
14,0
15,2
15
14,0
15,6
16,1
17,6
20
16,0
17,4
18,2
19,2
25
17,5
19,2
20,3
21,6
30
19,5
210
22,4
23,2
35
21,0
22,2
23,8
24,8
40
23,0
24,0
25,2
26,4
45
25,0
25,8
26,6
28,0
50
27,0
28,7
28,7
29,6

 

Anforderungen an eine Milchkuhration
Rohprotein, nXP Laktierend mindestens 13% der Gesamtration
Trockensteher 11,5 – 12,5% der Gesamtration
Energiekonzentration: 6,7 – 7,0 MJ NEL / kg TM, frischmelkend
6,4 – 6,6 MJ NEL / kg TM, altmelkend
5,5 MJ NEL / kg TM, trockenstehend
Rohfasergehalt: mind. 16% der Gesamtration (2,8 – 3,0 kg aus dem
Grundfutter, bzw. 2/3 aus strukturierter Rohfaser)
Strukturwert: mind. 1,1
Milcherzeugungswert: nach nXP und NEL ausgleichen
RNB Wert (ruminale N Bilanz): 0 – 50 gr. / Tag, bei Hochleistungstieren – 80 gr.
K : Na Verhältnis: Kaliumüberschuss in Güllebetrieben beachten,
Ziel: < 30 : 1
Zucker: max. 75 gr. / kg TM
Zucker plus Stärke: max. 28% / TM
Rohfettanteil: max. 4% in der Gesamt TM
Grundfutteranteil: mind. 45% in der Gesamt TM