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Futterbedarf


Die hohe Milchleistung der heutigen Kühe steht im engen Zusammenhang mit den außergewöhnlich hohen Ansprüchenan an die Nährstoffversorgung in Abhängigkeit des jeweiligen Laktationsstadium.
Die Milchkuh kann als Wiederkäuer Futterstoffe mit einem hohen Rohfasergehalt, wie Zellulose, aufschließen und verwerten. Dieser Verdaungsprozess erfolgt durch verschiedene Bakterien und andere Mikroorganismen im Pansen. Wichtig ist deshalb die optimale Nutzung der Grundfutter Aufnahmekapazität. Das heißt, das wirtschaftseigene Grundfutter so viel wie möglich und das Kraftfutter so viel wie nötig in der Ration einzusetzen.
Bei allen Pflanzenfressern ist der Magen außerordentlich groß. Eine Milchkuh frisst, je nach Körpergewicht, etwa 50 bis 60 kg Frischmase (ca. 13 kg Trockenmasse). Die schlecht gekaute Nahrung gelangt in den Pansen. Die cellulosehaltige Nahrung wird dort durch Bakterien und Enzyme der Einzeller abgebaut. Dieser Nahrungsbrei wird nochmals in die Mundhöhle gewürgt und in Ruhe "wiedergekaut" und dann wieder geschluckt.
Die meisten Nährstoffe, die in den Pansen gelangen, werden dort von den Mikroorganismen mehr oder weniger stark abgebaut. Nur ein relativ geringer Anteil an Nährstoffen verlässt unverändert den Pansen und wird im Labmagen oder im Darm verdaut.

Bei den mikrobiellen Umsetzung im Pansen fallen verschiedene Stoffwechselprodukte an. An erster Stelle sind die flüchtigen Fettsäuren zu nennen, vor allem Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure. Aus diesen kurzkettigen Fettsäuren gewinnt die Milchkuh einen großen Teil ihrer Energie. Das Verhältnis der gebildeten Fettsäuren untereinander kann variieren, je nachdem, in welcher Form die Futterenergie vorliegt. Beim Abbau von Rohfaser z.B. Heu, wird vermehrt Essigsäure produziert, beim Abbau von Stärke und Zucker, z.B. Maissilage, vermehrt Propionsäure und Buttersäure.
Das Verhältnis von Essigsäure zu Propionsäure ist entscheidend für die Verwendung der Futterenergie. Es beträgt normalerweise bei einer Milchkuh etwa 3:1. Wenn es enger wird, wen also relativ mehr Propionsäure gebildet wird und relativ weniger Essigsäure, so führt diese Verschiebung des Gärsäuremusters in Abhängigkeit vom hormonellen Status der Tiere zu einer verstärkten Körperfettbildung. Gleichzeitig geht die Fettsynthese im Euter zurück, so dass der Milchfettgehalt sinkt. Wird das Verhältnis von Essigsäure zu Propionsäure weiter als 3:1, ist meist die Energieversorgung der Kuh unzureichend, und sie ist deshalb gezwungen, Körperfett abzubauen.

Kennzeichen für den Strukturmangel sind die Abnahme des Milchfettgehalts, der Rückgang der Futteraufnahme und der Milchleistung und weitere Erscheinungen der Pansenübersäuerung. Ein reduzierter Milchfettgehalt ist zwar zurZeit nicht von großer wirtschaftlicher Relevanz, weist jedoch am deutlichstenauf ein Defizit in der Strukturversorgung hin.
Der Pansen funktioniert nur im pH Bereich von über 6.0 optimal. Verantwortlich für die Regulation der Pansen-pH ist der leicht alkalische Speichel, dessen Produktion wetgehend von der Intensität und der Dauer der Fress- und Wiederkautätigkeit abhängig ist. Eine wiederkäuergerechte Ration muss nicht nur genügendRohfaser, sondern auchgenügend kaubare Bestandteile enthalten. Die Summe dieser kaubaren Anteile wird als Struktur der Ration bezeichnet. Ein Drittel der Ration sollte mindestens fingerlang sein.

Empfehlungen zur Versorgung der Milchkuh mit Energie
und nutzbaren Protein:

 
MJ NEL / Tag
g nXP / Tag
Erhaltungsbedarf
600 kg LM
35,5
430
650 kg LM
37,7
450
700 kg LM
39,9
470
Trockenperiode
6. - 4. Woche vor dem Kalben (680 kg LM)
50,7
1135
3. Woche vor dem Kalben (710 kg LM)
55,7
1230
Milcherzeugung
1 kg Milch mit 4,0% Fett und 3,4% Eiweiß
3,28
85
1 kg Milch mit 4,5% Fett und 3,4% Eiweiß
3,47
85
1 kg Milch mit 4,5% Fett und 3,6% Eiweiß
3,47
89
Erhaltungsbedarf (650 kg LM) + Milch
+ 15 kg Milch ( 4% Fett und 3,4% Eiweiß )
87
1725
+ 20 kg Milch ( 4% Fett und 3,4% Eiweiß )
103
2150
+ 25 kg Milch ( 4% Fett und 3,4% Eiweiß )
120
2575
+ 30 kg Milch ( 4% Fett und 3,4% Eiweiß )
136
3000
+ 35 kg Milch ( 4% Fett und 3,4% Eiweiß )
153
3425
+ 40 kg Milch ( 4% Fett und 3,4% Eiweiß )
169
3850
+ 45 kg Milch ( 4% Fett und 3,4% Eiweiß )
185
4275