Milchleistungsprüfung
Milchinhaltsstoffe
Auswertung der MLP Daten
  • Harnstoff / Eiweiß
  • Fett / Eiweiß
  • Gesundheitsmonitoring Rind

  • Feinutersuchung Milch OptiMIR

Fütterungsberatung
Grundfutteruntersuchung
Grundfutterqualität
Futterbedarf
Futteraufnahme
Proteinbewertung
Energiebewertung
Mineralstoffebedarf
Strukturwert

Zuchtberatung
Zucht-& Besamungsorganisationen
Zuchtziele der Rassen
  
• Fleckvieh
  • Holstein
  • Braunvieh

VZV Calw-Nagold
Bezirksrindviehschau
  • 2000 • 2003 • 2006 • 2010



Strukturwert

Unter Struktur, versteht man allgemein eine mechanisch wirksame Eigenschaft eines Futtermittels. Diese Eigenschaft beruht auf der Partikellänge sowie der Partikelhärte, beeinflusst durch natürliche und Erntetechnik abhängige Faktoren des Futtermittels. Diese mechanische Eigenschaft unterstützt die Pansenmotorik und regt die Wiederkauaktivität der Milchkuh und folglich die Speichelproduktion an. Der entstehende Speichel puffert die im Pansen gebildeten Säuren in einem gewissen Rahmen ab.

Eine unzureichende Bereitstellung an strukturiertem Futter und somit eine ungenügende Aufnahme hat die Absenkung des ruminalen pH-Wertes unter den physiologischen Bereich zur Folge. Als Folge hieraus kommt es zu einem Rückgang des Milchfettgehaltes, der Futteraufnahme sowie der Leistung. Als Begleiterkrankungen können Labmagenerkrankungen, Leberschäden, Klauenerkrankungen und Eutererkrankungen auftreten.

Etwa 100 Jahre nach der Entwicklung der Rohfaseranalyse beschrieben VAN SOEST et al. 1967 in den USA eine Methode, welche eine Unterscheidung der Kohlenhydrate in drei Fraktionen erlaubt. Die Kohlenhydrate werden dabei dem Zellinhalt (Zucker, Stärke, organischer Rest, Pektine) sowie der Zellwand (Hemicellulose, Cellulose, Lignin) zugeteilt. Der analysierte Wert NDF (Neutral Detergent Fiber = in neutralen Detergentien unlösliche Fasern) beschreibt dabei die gesamten Zellwände. Der analysierte Wert ADF (Acid Detergent Fiber = in sauren Detergentien unlösliche Fasern) beschreibt den nur schwer verdaulichen Teil der Zellwände - Cellulose und Lignin. Die Differenz aus NDF minus ADF ergibt den besser verdaulichen Hemicelluloseanteil. Ist die Differenz zwischen NDF und ADF gering, ist das Futtermittel folglich schwer verdaulich. Die verbliebenen leicht löslichen Zellinhalts-Kohlenhydrate des Futtermittels werden als Differenz berechnet und sind in diesem System als NFC (Non-Fiber Carbohydrates) bezeichnet.

Der Strukturwert von Futtermitteln wurde anhand der Resultate umfangreicher Fütterungsversuche mit Milchkühen abgeleitet. Für eine Reihe von Futtermitteln wurden dazu Beobachtungen über das Fress- und Wiederkauverhalten mit Erkenntnissen über den zur Vermeidung von Strukturmangelerscheinungen mindestens notwendigen Grundfutteranteil in Milchviehrationen kombiniert. Der Strukturwert wird als dimensionslose Vergleichszahl angegeben.
Für Kraftfuttermittel wird ebenfalls ein Strukturwert angegeben. Dieser weist, in Abhängigkeit vom Abbauverhalten der enthaltenen Kohlenhydrate im Pansen, teilweise negative Werte auf.

Der Strukturwert der Grassilage wird anhand dieser Formel ermittelt:

                      Grassilage SW (je kg T) = (0,0125 × Rohfaser (g/kg T)) – 0,2

Der Strukturwert der Maissilage wird anhand dieser Formel ermittelt:

                     Maissilage SW (je kg T) = (0,009 × Rohfaser (g/kg)) – 0,1


Strukturwerte verschiedener Futtermittel:

Futtermittel
Rohfaser g / kg TS
SW / kg TS
Grassilage - jung
230
2,67
Grassilage - mittel
260
3,05
Grassilage - überständig
300
3,55
Maissilage - gut
185
1,57
Maissilage - mittel
210
1,79
Maissilage - mäßig
235
2,02
Heu
280
3,50
Stroh
430
4,30
Pressschnitzelsilage
208
1,05
Biertrebersilage
190
1,00
Weizen
29
-0,11
Mais
26
0,24
Sojaextraktionsschrot
67
0,21
Rapsextraktionsschrot
131
0,36