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Zuchtziel der Rasse Holstein


Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden Holsteins weltweit, basierend auf holländischen und deutschen Tieren, züchterisch beareitet. Heute stehen etwa 10 Mio. Herdbuchkühe weltweit in etwa 250.000 Herdbuchbetrieben. Damit stellen die Holsteins den stärksten Rasseblock der Milchrinder dar und werden in nahezu allen Ländern der Welt als die wichtigsten Milchlieferanten genutzt. In der organisierten Rinderzucht sind neben den Informationen zur Leistung und zum Zuchtwert die Beurteilung des Exterieurs von großer Bedeutung. Hierbei geht man davon aus, dass die äußere Erscheinung einer Kuh mit dem Leistungspotenial und der Nutzungsdauer in Verbindung steht. In den Körperpartien Euter und Fundament sind diese Zusammenhänge häufig erkennbar. In der Kuheinstufung und beim Richtgeschehen findet ein direkter Vergleich mit dem "Idealbild" einer "Deutschen Holstein-Kuh" statt. Die Kennzeichen dieses Ideals finden sich unter anderem in der Zuchtzielbeschreibung der Rasse "Deutsche Holsteins" wieder.


Zuchtziele (leistungsstark, gesund und langlebig):

          •  wirtschaftliche Leistungskuh in milchbetontem Typ
          •  hohe Milchleistung und entsprechendes Entwicklungspotenzial
          •  großes Futteraufnahmevermögen, stabile Gesundheit und gute Fruchtbarkeit
          •  genetisches Leistungspotenzial: 10.000 kg Milch mit 4 % Fett und 3,5 % Eiweiß
          •  Lebensleistung von über 40.000 kg Milch
          •  Kreuzhöhe: 145 bis 156 cm
          •  Gewicht: 650 bis 750 kg
          •  korrektes und widerstandsfähiges Fundament
          •  gesundes und gut melkbares Euter, das in Qualität und Funktionsfähigkeit hohe               Tagesleistungen über viele Laktationen ermöglicht und die Ansprüche moderner
              Melksysteme erfüllt.

Deutschland hat bei der Zuchtwertschätzung eine führende Rolle. Dies gilt sowohl für die berücksichtigten Merkmale und angewendeten Schätzverfahren als auch für den Umfang und die Qualität der Daten. Das unabhängige Rechenzentrum VIT schätzt die Zuchtwerte für die gesamte Holsteinzucht nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und unter der Kontrolle staatlicher Aufsichtsbehörden. Die Erfassung der Leistungsdaten erfolgt durch unabhängig arbeitende Organisationen der Milchleistungsprüfung. Nur in einigen Merkmalen unterstützen die Zuchtorganisationen die Datenerfassung.

Zuchtwerte werden für alle wirtschaftlich wichtigen Merkmalskomplexe geschätzt:

          •  Milchleistung (Milchmenge, Fett, Eiweiß)
          •  Nutzungsdauer
          •  Exterieur (19 lineare Merkmale, 4 Noten)
          •  Eutergesundheit (somatischer Zellgehalt)
          •  Fruchtbarkeit (weibliche und männliche Fruchtbarkeit)
          •  Kalbeeigenschaften (maternaler und direkter Kalbeverlauf)
          •  Kälbervitalität
          •  Melkbarkeit
          •  Temperament

Alle Zuchtwerte werden auf einer relativen Basis mit einem Mittel von 100 und einer Standardabweichung der wahren Zuchtwerte von 12 Punkten (bei 100% Sicherheit) standardisiert. Die Skala der Relativzuchtwerte ist immer so gewählt, dass eine züchterisch erwünschte Ausprägung eines Merkmals durch einen Zuchtwert von über 100 dargestellt wird. Alle Relativzuchtwerte beziehen sich auf eine aktuelle, jährlich im Mai angepasste Basis, die von den jüngsten drei geprüften Testbullenjahrgängen gebildet wird.
Die meisten Merkmale werden mit einem BLUP-Tiermodell unter Berücksichtigung aller verwandtschaftlichen Beziehungen für die gesamte Holsteinzucht auf der Basis der zentralen Abstammungsdatei mit mehr als 50 Mio. registrierten Tieren geschätzt.

Gesamtzuchtwert ( RZG )
Der Deutsche Holstein Verband hat bereits 1997 einen Gesamtzuchtwert (RZG) definiert, der alle wirtschaftlich bedeutsamen Merkmalskomplexe entsprechend ihrer Gewichtung im Zuchtziel umfasst.
Die geschätzten Zuchtwerte für die vielen Einzelmerkmale werden zunächst innerhalb von Merkmalskomplexen zu Relativzuchtwerten zusammengefasst. Unter Berücksichtigung der genetischen Beziehungen der Merkmalskomplexe zueinander werden diese mit folgender Gewichtung zum RZG kombiniert:
RZM Milchleistung (Fett-kg, Eiweiß-kg, Eiweiß-%)  
45 %
 
RZN funktionale Nutzungsdauer  
20 %
 
Fundament und Euter (lineare Beschreibung, Beurteilung)
15 %
 
RZR weibliche Fruchtbarkeit (Rastzeit, Non-Return-Rate, Verzögerungszeit)  
10 %
 
RZS Eutergesundheit (somatischer Zellgehalt)  
  7 %
 
KV Kalbeverlauf, Totgeburtenrate  
  3 %
 
         

Milchleistung ( RZM )
Als erstes wichtiges Holsteinland hat Deutschland schon 1996 ein Testtagsmodell eingeführt. In einem Testtagsmodell erfolgt die Zuchtwertschätzung direkt auf der Basis der einzelnen Tagesergebnisse aus der offiziellen Milchleistungsprüfung und nicht mehr anhand von zusammengefassten oder hochgerechneten Laktationsleistungen. Der Vergleich der Tiere innerhalb derselben Herde am selben Testtag erlaubt die bestmögliche Korrektur von Umwelteffekten. Außerdem berücksichtigt das Testtagsmodell individuelle Laktationskurven. Diese liefern auch wichtige Informationen über die Persistenz aller Tiere.
Bereits seit über 20 Jahren werden in der Zuchtwertschätzung die Leistungen in der ersten, zweiten und dritten Laktation mit Hilfe eines Mehrmerkmalsmodell als zum Teil unabhängige Merkmale betrachtet. Dies bedeutet, dass Tiere mit der gleichen Leistungsveranlagung für die erste Laktation als ausgewachsene Tiere ein genetisch unterschiedliches Leistungsniveau haben können (Steigerungsvermögen). Seit einigen Jahren wird ein solches Mehrmerkmals-Testtagsmodell zunehmend auch international Standard.
Veröffentlicht wird der mittlere Zuchtwert aus Laktation 1, 2 und 3. Entsprechend dem Zuchtziel einer langlebigen Dauerleistungskuh hat damit die Leistung der ausgewachsenen Kuh über 65% Gewicht im veröffentlichten Zuchtwert.
Da die Bezahlung der Milch in Deutschland und Westeuropa auf den Gehaltswerten, besonders auf dem Eiweißgehalt basiert, sind im zusammenfassenden Relativzuchtwert Milch (RZM) Eiweißmenge, Fettmenge und Eiweißprozente in einem Verhältnis von 75 : 20 : 5 gewichtet.

                     Hier finden Sie die aktuelle Holstein Bullenempfehlung der RBW:

                                           http://www.rind-bw.de/empfehlung-hol.htm